Upcycling-Trend 2016: Food-Upcycling – die 10 besten Ideen . . .

Gepostet von am 22. Mrz 2016

Upcycling-Trend 2016: Food-Upcycling – die 10 besten Ideen . . .

. . . für Lebensmittel(-reste), die sonst in den Müll kämen

Ich bin ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, um von den teuren Bio-Lebensmitteln in unserer Küche so wenig wie möglich wegzuwerfen. Da kommt mir der Trend „Food-Upcycling“ genau recht. Hier sind die zehn besten Ideen zum Upcyceln von Lebensmitteln und Küchenresten, die ich bisher gefunden und ausprobiert habe. Ihr wisst noch mehr? Dann her damit!

In meiner Bio-Küche koche ich für meine Großfamilie. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, was bei uns an Lebensmitteln auf den Tisch kommt: Zwei Erwachsene und vier Kinder verdrücken morgens, mittags und abends Berge von Essen. Und das Tag für Tag. Für mich ist unsere Bio-Küche jedoch nicht nur Futterstelle, sondern auch Versammlungsort: Am Küchentisch kommen wir als Familie täglich zusammen und sprechen über das, was uns bewegt – im Kinderladen, in der Schule, im Job, in der Familie, in der Welt. Uns Großen ist das Thema Lebensmittel besonders wichtig: Wir versuchen, so viel wie möglich in Bio-Qualität aufzutischen und so wenig wie möglich Essen in den Müll zu werfen. Immerhin landet in deutschen Haushalten gut ein Fünftel aller Lebensmittel im Müll. Das ist pro Kopf Essen für gut 300 Euro! Hauptursache sei laut einer Studie die schlechte Planung der Einkäufe.

Wir schmeißen nicht so viel weg, das steht schon mal fest. Dank planmäßigem Einkauf und Lagerung, klappt das bei uns ganz gut. Allerdings gab es bislang immer noch das eine oder andere Grünzeug, das wir nicht verwertet haben. Der Grund war einfach: Wir wussten es nicht besser. Doch damit ist jetzt Schluss, denn ich habe mich schlau gemacht und eine Menge Ideen zum Upcycling von Essen gefunden. Viele habe ich extra für diesen Artikel ausprobiert, die leckersten präsentiere ich euch in der folgenden Liste meiner zehn besten Food-Upcycling-Ideen. Los geht’s!

Food-Upcycling: Bananenschale

Bei uns in der Familie gibt es zweierlei Bananenesser: Die einen mögen ihre Bio-Bananen, wenn diese noch recht unreif sind und einem so einen pelzigen Belag auf Zunge und Zähnen machen. Die anderen essen ihre Bananen gerne reif. Keiner von uns mag Bananen, die braun gefleckte Schalen haben. Solche Exemplare landen bei uns im Smoothie oder Shake. Die Bananenschalen haben wir – grün, gelb oder braun gefleckt – bisher immer weggeschmissen.

Doch aus den Bio-Bananenschalen ungespritzter reifer Bananen, die man an ersten braunen Flecken auf der Schale erkennt, weil sie ein Zeichen dafür sind, dass sich dort bereits Stärke in Zucker umwandelt, lassen sich köstliche Fritten machen, verspricht die TV-Sendung Gallileo hier. Dazu wäscht man die Schalen gründlich, tupft sie trocken und schneidet sie in Stifte. Die Stifte kann man in einer Mischung aus Maismehl und Paprikapulver wälzen, jede andere Panade ist denkbar. Die panierten Stifte werden schließlich wie Pommes Frites in Öl gebacken. Gerne länger, so dass sie ein karamelliges Goldbraun bekommen. Wir haben sie so gegessen und auf Salat geworfen – beides war überraschend lecker und schmeckte crossig und nussig zugleich. Wer noch ein Argument pro Bananenschalen-Upcycling braucht, dem sei gesagt: In der Schale stecken mehr wertvolle Inhalte als in der Frucht – doppelt so viele Ballaststoffe, Antioxidantien (sind gut gegen Freie Radikale) und das Glückshormon Serotonin.

Food-Upcycling: Apfelschale

Ich esse Äpfel bis auf den Stiel auf. Der Rest der Familie hinterlässt einen Apfelgriebsch (Kerngehäuse). Und unser Kleinkind bekommt seine Äpfel sogar noch geschält. Bin ich daheim, bringt man mir häufig die Griebsche und die Apfelschalen schnurpse ich schon beim Schälen weg. Für diesen Artikel habe ich die Apfelschalen und Griebsche jedoch in Wasser mit etwas Bio-Rohrohrzucker und einer Prise Zimt aufgekocht und einen herrlichen Apfelsaft daraus gemacht.

Food-Upcycling: Karottengrün, Radieschenblätter
und Kohlrabiblätter

Aus dem Grünzeug von Karotten, Radieschen und Kohlrabi könnt ihr schnell ein würziges Pesto zaubern. Mixt das gewaschene Grünzeug mit Nüssen, Parmesan, etwas Salz und Öl im Mixer, bis es die cremige Konsistenz von Pesto erhält! Wer mag, gibt noch einen Spritzer Zitronensaft dazu. Das Karottengrün-Pesto passt besonders gut zu gebackenen Karotten und Pasta, das Radieschengrün-Pesto und das Kohlrabiblatt-Pesto schmecken uns auf Radieschen-Carpaccio und Kohlrabi-Carpaccio am besten. Im Kohlrabiblatt stecken übrigens zweimal so viel Vitamin C, zehnmal so viel Kalzium und Eisen und sogar 100-mal so viel Betakarotin wie in den Kohlrabiknollen.

Food-Upcycling: Fenchelkraut, Dillkraut

Bisher habe ich das grüne Fenchelkraut immer in die Suppe oder den Salat geschnitten. Oder es beim Zubereiten der Fenchelknolle einfach roh vernascht. Dann las ich davon, das Fenchelkraut – wie Dillkraut übrigens auch – schonend im Backofen zu trocknen (etwa 20 Minuten bei 80 Grad Celsius). Anschließend kommt der getrocknete Fenchel oder Dill mit Salz in einen Mörser, wird zerstampft und aromadicht verpackt. Damit das frische Fenchelsalz oder Dillsalz nicht klumpt und gut aus dem Streuer rieselt, gebe ich noch ein paar Reiskörner (Rieselhilfe) dazu.

Food-Upcycling: Avocadokern

Avocados verarbeite ich häufig zu Dips, entweder mit Quark oder mit Tomatenmark. Die Avocadokerne habe ich bislang immer weggeworfen. Dabei sollen sie essbar sein. Empfindliche Mägen und Kindermägen vertragen das enthaltene Toxin Persin jedoch nicht gut. Ich habe die Kerne trotzdem mal aufgeschnitten (ging leichter, als ich dachte) und für eine Stunde gekocht. Den dunklen Sud, der dabei entstand, soll man als Heiltee trinken. Hab ich probiert, schmeckte recht bitter. Den weichgekochten Kern habe ich erst in feine Scheiben geschnitten und dann gehackt. Die nussig-würzige Streu passt als Topping auf süße Desserts oder Obstsalate. Oder als Crunch über deftige Salate.

Food-Upcycling: Papayakerne

Ich hätte nie gedacht, wie wertvoll geröstete Papaya-Kerne anderswo gehandelt werden: 100 Gramm kosten 30 und mehr Euro! Ich habe die Kerne bisher immer in den Müll geworfen. Dabei kann man die Kerne waschen und ganz fix selbst rösten. Das dauert gut zehn Minuten. Die gerösteten Papayakerne könnt ihr mörsern wie Pfefferkörner und ebenso verwenden, denn sie erinnern geschmacklich an milden Pfeffer. Ein Argument pro Papayakerne: Sie stecken voller Vitamin C und Papain, ein Enzym, das die Fettverbrennung fördern soll.

Food-Upcycling: Brokkolistrunk, Blumenkohlstrunk

Seit langer Zeit schon esse ich den Strunk des Brokkolis oder Blumenkohls, der bei uns auf den Tisch kommt. Alle Familienmitglieder wissen das und sind froh darüber, weil sie lieber die Röschen essen. Ich habe aus dem Strunk aber auch schon Fritten gemacht. Einfach in Frittenform schneiden und mit Gewürzen eurer Wahl auf Backpapier im Backofen grillen – fertig!

Food-Upcycling: Spargelschalen

Spargelschalen hat schon meine Oma nicht weggeworfen. Stattdessen wurden sie in einem extra Topf ausgekocht und zu einer Spargelsuppe verarbeitet. Die hat Oma mit etwas Butter, Gries und Eigelb angerührt, zum Schluss hob sie noch den per Hand geschlagenen Eischnee unter. Eine Prise Salz, eine Prise Muskat und etwas schwarzer Pfeffer kamen dazu und fertig war die köstlichste Vorspeise, die es bei uns immer vor der Spargelhauptmahlzeit gab.

Food-Upcycling: Spinatstengel

Auch wenn nicht alle Familienmitglieder Spinat mögen, ich mag ihn und tische ihn deshalb auch auf. Am liebsten nehme ich frischen Spinat. Bis vor Kurzem habe ich die zarten Blättchen immer von den Stengeln gezupft und nur die Blättchen verarbeitet. Doch dann erzählte mir eine Freundin mit griechischen Wurzeln, dass die Griechen die Spinatstengel gerne zu einem einfachen, aber köstlichen Salat verarbeiten. Dazu blanchiert man die Spinatstengel kurz und richtet sie mit etwas Olivenöl, Salz und Zitrone noch lauwarm an.

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© Foto: Doreen Brumme

© Foto: Doreen Brumme

Die Food-Upcycling-Szene in deutscher Sprache ist gerade erst am Entstehen. Im englischsprachigen Internet ist sie längst aktiv. Und wieder zeigt sich, dass der Spruch: „Andere Länder, andere Food-Upcycling-Sitten!“ mehr als ein Quäntchen Wahrheit enthält. Wer sich woanders nach Upcycling-Ideen für Essen umschaut, wird von der Vielfalt der Möglichkeiten umgehauen. Das beste Beispiel:

Food-Upcycling: Wassermelonenschale

Wassermelonen kommen bei uns im Sommer häufig auf den Speisezettel. Die Schale wanderte bisher jedoch immer in den Müll. Das will ich ändern, denn ich las für diesen Artikel davon, dass man die Schale der Wassermelone prima einlegen oder daraus eine Marmelade kochen könne. In den USA sollen „Watermelon Pickles“ häufiger auf den Tisch kommen, ein Rezept dafür gibt’s hier.

So, meine Lieben! Ich habe euch mit meiner Liste der zehn besten Upcycling-Ideen für Lebensmittel und Lebensmittelreste zehn köstliche Gründe geliefert, ab heute weniger Essbares achtlos zu entsorgen. Guten Appetit!

Und nicht vergessen: Wer noch weitere Ideen zum Upcyceln von Küchenresten hat, der schreibt sie bitte einfach als Kommentar dazu! Ich bin gespannt.

 

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