Eisen und Aluminium – Das Recyclingpotenzial ist noch nicht ausgeschöpft

Gepostet von am 31. Aug 2016

Eisen und Aluminium – Das Recyclingpotenzial ist noch nicht ausgeschöpft

Bei einigen wenigen Elementen wie Seltenen Erden stellt sich die Frage, ob Recycling bereits heute die effiziente Alternative zum Raubbau an der Natur und unser aller Lebensqualität ist. Bei anderen Elementen stellt sich diese Frage nicht. Dazu zählen Eisen und Aluminium. Soweit die Theorie. In der Praxis ist das Recyclingpotenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Einige Zahlen zu Aluminium sind mehr als beachtlich. Das Metall kann unendlich oft wiederaufbereitet werden. Recyclingaluminium benötigt nur fünf Prozent der Energie, die nötig wäre, um das Metall aus Erz zu gewinnen. Das heißt, die Hersteller haben die Wahl: Produzieren sie eine Getränkedose aus „frischem“ Aluminium oder investieren sie dieselbe Energie in 20 Dosen aus Recyclingaluminium?

Aluminiumabbau ist teuer und schädlich

Die Neugewinnung von Aluminium ist aufwendig, teuer und in höchstem Maße umweltschädlich. Das Erz Bauxit besteht zu 60 Prozent aus Aluminium. Dieses Erz wird abgebaut und zusammen mit Natronlauge erhitzt. Neben Aluminium entsteht als Abfallprodukt Rotschlamm.

Aluminium wird unter anderem in Australien, Brasilien und Indien abgebaut. Um an das Bauxit zu gelangen, müssen in einigen Ländern die Regenwälder abgeholzt werden. Der bei der Gewinnung von Aluminium entstehende Rotschlamm enthält viele giftige Chemikalien, Blei und andere Schwermetalle und kann nicht verarbeitet werden. Ein Abfallprodukt im wahrsten Sinne des Wortes. Je nachdem, wie die Gesetzeslage im jeweiligen Land ist, wird der Rotschlamm besser oder schlechter entsorgt. Oft landet er in Gewässern, verdirbt so die Böden und das Grundwasser und schadet Mensch und Umwelt massiv.

Der Recyclingrohstoff siegt

Fassen wir zusammen: Der Abbau von Aluminium trägt zur Abholzung der Regenwälder bei, dessen Abfallprodukt gefährdet die Umwelt und die Gesundheit der Anwohner und die Gewinnung schluckt 20-mal so viel Energie wie das Recyceln von Aluminium, das unendlich oft durchgeführt werden kann.

Daumen hoch für Recyclingaluminium. Wie so oft beim Recycling hat Deutschland auch bei Aluminium eine Vorreiterrolle. Es werden rund 90 Prozent aller Aluminiumverpackungen wiederverwertet. Europaweit liegt dieser Wert deutlich darunter. Aber Verbesserungspotenzial gibt es auch hierzulande. Und dieses setzt bei der Herstellung an. So kann Aluminium nicht recycelt werden, wenn es in einer Verbundverpackung – also im Gemisch mit anderen Stoffen – verarbeitet ist. Und das kommt leider noch zu häufig vor.

Rücknahmepflicht für Elektrogeräte

Ein weiterer weißer Fleck auf der Recyclingkarte soll durch das 2015 beschlossene Elektrogesetz verschwinden. Laut diesem besteht ab dem 24. Juli 2016 eine Rücknahmepflicht für kleine Elektronikgeräte. Das Gesetz soll verhindern, das alte Toaster, Föns, Tabletts oder Smartphones in einer Schublade oder im Keller in Vergessenheit geraten – oder schlimmer noch: im Restmüll entsorgt werden. Diese Geräte können nun zu allen Händlern mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern zurückgebracht werden. Dazu zählen die bekannten Elektromarktketten, aber auch viele Online-Händler.

Das Ziel dieses Gesetzes ist klar: Die Umwelt soll vor den schädlichen Substanzen des Elektroschrotts geschützt werden und die Recyclingrohstoffe, die in solchen Altgeräten zuhauf vorhanden sind, sollen daraus gewonnen werden. Dazu zählen neben Aluminium und Eisen auch Gold, Silber und Platin. Metalle der Seltenen Erden, die in Smartphones oder Tabletts verbaut sind, können zwar noch nicht gewinnbringend recycelt werden. Aber falls hier in den nächsten Jahren der Durchbruch gelingt, ist das Gesetz dafür schon in Kraft.

Gerade die Beispiele Aluminium und Eisen zeigen, dass selbst bei hohen Recyclingquoten noch ausreichend Potenzial vorhanden ist. Gerade Deutschland, wo die Zahlen weit über dem EU-Schnitt liegen, darf nicht dazu übergehen, die hohen Quoten zu verwalten, sondern muss eine ständige Anpassung noch oben vornehmen.

 

 

 

Quellen:

Aluminiumfolie – das Wichtigste zu Klimabilanz, Gesundheitsrisiko und Recyclingpotenzial

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/neue-regeln-fuer-entsorgung-von-elektrogeraeten-eine-ladung-elektroschrott-fuer-media-markt/13920678.html

http://www.recyclinginternational.com/recycling-news/7628/non-ferrous-metals/germany/germany-89-aluminium-packaging-recycling

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.