Öko-Studie befürwortet teerhaltigen Straßenaufbruch als Deponiebaustoff

Gepostet von am 12. Jun 2017

Öko-Studie befürwortet teerhaltigen Straßenaufbruch als Deponiebaustoff

Eine aktuelle Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von teerhaltigem Straßenaufbruch im Deponiebau ökologisch sinnvoller sein kann als eine thermische Verwertung. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. sieht sich damit in seiner grundsätzlichen Einschätzung bestätigt, dieses Material als Deponiebaustoff einzusetzen.

Bei der Instandsetzung alter Straßen fällt teerhaltiger Straßenaufbruch an, besser bekannt als Straßenpech. Die bisherige Praxis, den Straßenaufbruch nach der Aufbereitung wieder im Straßenbau zu verwenden, ist von Bund und Ländern nicht mehr gewollt und könnte sich auch auf kommunaler Ebene durchsetzen. Dadurch wird der Straßenaufbruch zu Abfall, für den ein angemessener Entsorgungsweg gefunden werden muss. „Im Deponiebau ist teerhaltiger Straßenaufbruch für den internen Wegebau, für Dränageschichten oder die Profilierung einsetzbar“, sagte BDE-Präsident Peter Kurth.

Die vom BDE beauftragte Studie hat beide Verwertungsoptionen – die stoffliche Verwertung in Form von Deponiebaustoffen und die thermische Verwertung – hinsichtlich ihrer Öko-Bilanz verglichen. Die Verwertung auf der Deponie schneidet gegenüber der thermischen Behandlung im Status Quo besser ab, wenn die Zusatztransportstrecke zur thermischen Behandlung größer ist als 60 km per Schiff. Der Vergleich fand auf Grundlage der verfügbaren Daten einer maßgeblichen thermischen Behandlungsanlage in den Niederlanden statt, in Deutschland existiert aktuell keine nennenswerte Kapazität zur Behandlung von teerhaltigem Straßenaufbruch.

Würde eine entsprechende thermische Anlage mit Anschluss ans Fernwärmenetz und der damit verbundenen Optimierung der energetischen Nutzung in Deutschland in Mittelgebirgsnähe errichtet werden, so würde sie gegenüber der Verwertung auf der Deponie besser abschneiden, wenn die Zusatztransportstrecke zur thermischen Anlage 90 km per Lkw nicht überschreitet. Für die Beseitigung auf der Deponie sind es immerhin 470 km Transportstrecke, die es zu unterschreiten gilt.

Kurth: „Die Studie belegt, dass die Entsorgung von teerhaltigem Straßenaufbruch nicht auf die thermische Verwertung beschränkt werden darf. Die Deponieoption sollte grundsätzlich geprüft werden. Dass einige Bundesländer die thermische Verwertung von teerhaltigem Straßenaufbruch in der Praxis als alternativlos betrachten, ist nach Vorlage der Studie aus ökologischer Sicht zu hinterfragen.“

Die Studie können Sie hier herunterladen.

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