Europaparlament bestätigt Vorschlag für eine Neufassung der Richtlinie über Trinkwasser

Gepostet von am 25. Okt 2018

Europaparlament bestätigt Vorschlag für eine Neufassung der Richtlinie über Trinkwasser

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. begrüßt das Votum des EU Parlaments für eine Neufassung der Richtlinie über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch.

Das Europäische Parlament hat am Dienstag seine Position für eine Neufassung der Richtlinie über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch verabschiedet. Die Parlamentsposition von Berichterstatter Michel Dantin ist die Antwort auf den Legislativvorschlag der EU Kommission vom 1. Februar 2018. Ziel des neuen Vorhabens der Kommission ist es das Vertrauen der Bürger in die Trinkwasserversorgung zu stärken, indem die von 1998 stammende Richtlinie an die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Daten angepasst wird. BDE-Präsident Peter Kurth: „Die Welt hat sich seit 1998 stark verändert, unsere Erkenntnisse über die Trinkwasserstandards auch. Daher begrüßt der BDE diesen wichtigen Schritt zur Novellierung der EU-Trinkwasserrichtlinie“.

Kernziele der Richtlinienneuauflage sind die Verschärfung von Höchstwerten für bestimmte Schadstoffe wie u.a. die Grenzwerte für Blei, schädliche Bakterien oder auch hormonwirksame Stoffe. Weitergehend soll der Gehalt an Mikroplastik im Trinkwasser genauer unter die Lupe genommen werden. Letztendlich nehmen die Abgeordneten in der überarbeiteten Richtlinie auch soziale Aspekte ins Visier: so sollen sich die Mitgliedstaaten verstärkt für den freien Zugang zu Trinkwasser, z.B. durch Trinkbrunnen in Innenstädten einsetzen. Restaurants und Kantinen sollen laut Vorschlag zukünftig Trinkwasser kostenlos oder gegen ein geringfügiges Entgelt zur Verfügung stellen.

Die Richtlinie weist ebenso einen indirekten Bezug zur EU Plastikstrategie auf, die bereits im Januar veröffentlicht wurde. Die Kommission möchte über eine Verbesserung der Qualität des Trinkwassers das Vertrauen der Bürger ins Leitungswasser verbessern und so den Verbrauch von Flaschenwasser reduzieren. Die Kommission rechnete aus, dass ein Übergang zu Leitungswasser für Europas Haushalte Einsparungen im Wert von 600 Millionen Euro betragen könnte.

Der BDE begrüßt das Votum des EU Parlaments: „Man schlägt hier quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Die europäischen Konsumenten können sich das Schleppen von schweren Wasserkisten sparen und gleichzeitig wird weiterer Plastikabfall vermieden“, ließ Kurth am Mittwoch verlauten. Er fügte hinzu: „Die Qualität des Trinkwassers ist in Deutschland bereits auf sehr hohem Niveau. Zu oft wird dem Leitungswasser noch zu unrecht misstraut. Die Richtlinie kann daher das Vertrauen der Bürger in unser Trinkwasser verbessern. Und das begrüßen wir.“

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