Recycling spart Energie

Gepostet von am 8. Jun 2015

Recycling spart Energie

Recycling schont die Umwelt in vielerlei Hinsicht. Es hilft, Müllberge zu vermeiden. Es hilft, den Ausstoß schädlicher Treibhausgase zu reduzieren. Und es hilft, Energie zu sparen. Die Energie, die bei der Wiederaufbereitung eines Wertstoffs investiert wird, ist oft nur ein Bruchteil der Energie, die bei der Neuerzeugung vonnöten ist. Fazit: Es braucht mehr Recycling. Nicht nur aus ökologischer, auch aus ökonomischer Sicht. Und für eine höhere Recyclingquote kann ein ambitioniertes Wertstoffgesetz sorgen.

Warum Energie sparen?

Es gibt ganze Bücher, die einem erklären, wie Energiesparen das Abmagern des Geldbeutels verhindert. Besonders große Familien oder auch besonders verschwenderisch lebende Singles können sich im Jahr mehrere hundert Euro ersparen. Tipps gibt es fast noch mehr als Bücher: Bei der Anschaffung eines neuen Kühlschranks auf die Energieklasse achten, wenn möglich einen Wasserkocher statt Herdplatte verwenden, Geräte auch wirklich abschalten und nicht im Stand-by-Modus weiter Strom fressen lassen und die Kleidung besser mit niedrigen als mit hohen Temperaturen waschen. Das alles und noch viel mehr trägt dazu bei, Geld zu sparen, die Umwelt zu schonen und Pluspunkte für das eigene Karma zu ergattern.

Wie die Umwelt durch Energiesparen profitiert

Erneuerbare Energien auf Kosten von fossilen Brennstoffen und Atomenergie forcieren: Das ist das Ziel, der bereits eingeleiteten Energiewende. Die Gründe für die Energiewende sind ökonomischer wie ökologischer Natur. Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas werden immer seltener. Sie zu gewinnen, schadet der Natur erheblich, wie das Beispiel Fracking beweist. Werden diese Stoffe zur Energiegewinnung verbrannt, werden Treibhausgase ausgestoßen, die die Umwelt zusätzlich belasten.

Die Risiken von Kernkraftwerken sind eklatant und ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gibt es bis heute noch nicht. Hat man dies vor Augen, wäre es zynisch, die Kernkraft als umweltschonende Alternative für fossile Brennstoffe zu sehen.

Aber wie kann Energiesparen helfen, die Umwelt zu schonen? Bislang stammt fast 30% des verbrauchten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Quellen, wie Sonnenenergie und Wasserkraft. Dieser Anteil steigt in den letzten Jahren stetig. Der Weg zu einer 100%igen Versorgung durch erneuerbare Energien ist aber noch ein langer. Und diesen Weg kann man auf zwei Seiten begehen. Je mehr erneuerbare Energie gefördert wird, desto weniger Energie wird durch umweltschädigende Verfahren erzeugt. Und je weniger Energie wir alle verbrauchen, desto eher gelingt die Umstellung auf erneuerbare Energien. Wir haben es also zum Teil selbst in der Hand.

Recycling spart Energie

Die Kleidung mit niedriger Temperatur waschen und den Stand-by Modus bei elektrischen Geräten vermeiden, ist nicht alles, was wir tun können, um Energie zu sparen und so die Umwelt zu schonen. Auch Recyceln hilft. Ob Glasflaschen, Aluminiumdosen oder Zeitungen: Werden sie aus wiederaufbereiteten Wertstoffen produziert, muss deutlich weniger Energie aufgewendet werden als bei der Herstellung durch frisches Material.

Beim Recyceln von Glas wird rund ein Drittel weniger Energie verbraucht, als wenn Glas frisch hergestellt würde. Auch lässt sich Glas nicht nur einmal recyceln. Da seine stofflichen Eigenschaften nicht verloren gehen, wird aus Altglas wieder Altglas – und das bis zu 50-mal.

Der Rohstoff von Frischfaserpapier ist Holz. Das muss zu großen Teilen importiert werden und stammt häufig aus Urwäldern. Unbändiger Hunger auf Frischpapier trägt also zur Abholzung bei. Rund 70% des in Gebrauch befindlichen Papiers ist hierzulande recycelt. Das scheint viel. Betrachtet man die Sache allerdings genauer, ist das Bild ein anderes. Zeitungen entstehen nahezu gänzlich aus Recyclingpapier; Druck- und Büropapier nicht mal zu einem Drittel. Dabei kann Papier bis zu 7-mal wiederaufbereitet werden. Und beim Recycling von Papier wird im Verhältnis noch mehr Energie gespart als bei Glas. Die Herstellung von Altpapier braucht nämlich weniger als die Hälfte der Energie, wie man für die Erzeugung von Frischpapier benötigt. Und dieses Altpapier wäre in Deutschland abzuholen und nicht aus Urwäldern.

Das Recycling von Glas und Papier rechnet sich offensichtlich. Doch die beachtlichsten Zahlen schreibt Aluminium. Dieses Metall kann unendlich oft wiederaufbereitet werden und sein Recycling verbraucht nur 5% der Energie, die nötig wäre, um es aus Erz zu gewinnen.

Ökonomische und ökologische Vorteile durch Recycling

Der Tenor ist ganz klar: Wertstoffe zu recyceln verbraucht weniger Energie, als sie frisch herzustellen. Wird Energie gespart, kommt das nicht nur den Produzenten billiger, sondern schont auch die Umwelt. Durch energieeffizientes Recycling werden weniger fossile Brennstoffe gebraucht, die Treibhausgase in die Atmosphäre abstoßen. Außerdem werden dadurch seltene Rohstoffe gespart, die oft teuer zu beschaffen sind und für deren Bergung die Umwelt Opfer bringt.

Rohstoffverschwendung, Treibhausgasbelastung, hoher Energieverbrauch: All das hängt zusammen und ein Teil der Lösung ist in allen drei Fällen Recycling. Eine höhere Recyclingquote bringt ökonomische und ökologische Vorteile. Und zur einer höheren Recyclingquote kann ein ambitioniertes Wertstoffgesetz beitragen.

Mehr Recycling durch Wertstoffgesetz

Wir wissen bereits, dass Recycling hilft, Rohstoffe zu sparen, die Umwelt zu schonen und den Energieverbrauch zu dämmen. Das Ziel kann also nur lauten: mehr Recyceln! Doch dazu braucht es mehr Effizienz bei der Wertstofferfassung. Viel zu viele Wertstoffe landen in den Rest- und Sperrmüllabfällen der deutschen Haushalte. Zwei Drittel der Restabfälle sind eigentlich Wertstoffe, die bloß nicht als solche erfasst werden. Für Sperrmüll gilt dasselbe. Das sind pro Person 100 Kilogramm an Wertstoffen die dem Recyclingkreislauf verloren gehen. Das ist eine immense Verschwendung wichtiger Ressourcen.

Durch ein ambitioniertes Wertstoffgesetz könnten 6,5 Millionen Tonnen Rest- und Sperrabfälle vermieden und 4,7 Millionen Tonnen Rohstoffe gespart werden. Den Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen könnte man um 2 Millionen Tonnen und den Einsatz von Energie um 10.000 GWh pro Jahr reduzieren. Das entspricht dem Energieverbrauch von über 500.000 Haushalten – mehr, als im ganzen Saarland ansässig sind.

 

Weitere Artikel zum Thema von Benjamin Kloiber:

MEHR RECYCLING – WENIGER TREIBHAUSGASE

RECYCLING – VON GELD UND GOLD UND KLIMASCHUTZ

 

Quellen:

Studie: Treibhausgas- und Ressourceneinsparpotenziale gesteigerter Erfassungsmengen und Verwertungsquoten

http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/papier-altpapier-recycling-umwelt-100.html

http://www.uwi-berlin.de/texte/58-metallverwertung.pdf

http://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen

    2 Kommentare

  1. Manchmal lohnt sich aber Recyling wegen des Energieaufwands nicht, dann sollte auch drauf verzichtet werden. Manchmal liest man dabei von enormem Wasserverbrauch, das ist natürlich auch unschön.

  2. Hallo, ich finde gerade für dieses Thema, sollten gerade die Stadtmenschen besser informiert werden. Warum eigentlich muss man in den Städten weniger trennen, als auf dem Land?

    Grundsätzlich empfiehlt sich hier eine Energieberatung

    Gruß

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