Ausbildung in der Recyclingbranche – eine Branche mit Zukunft

Gepostet von am 7. Apr 2016

Ausbildung in der Recyclingbranche – eine Branche mit Zukunft

Deutschlands Abfall- und Recyclingwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle für unseren Umgang mit Wertstoffen. Und damit für eine erfolgreiche Energiewende. Grund genug, hier einen jungen Menschen zu interviewen, der sich für eine berufliche Zukunft in der Branche entschieden hat. Das Interview mit Yves Rene Wieloch (Auszubildender im 2. Lehrjahr) zeigt, dass eine Menge nachhaltige Berufung in der Entscheidung für den Beruf des Industriekaufmannes steckt. Doch lest selbst!

Yves Rene Wieloch, stellen Sie sich bitte kurz vor!

YVES RENE WIELOCH: Wie schon erwähnt, heiße ich Yves Rene Wieloch, bin 20 Jahre alt und absolviere zurzeit eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der REMONDIS Assets & Services GmbH & Co. KG, welche ich nach meinem Fachabitur am Gymnasium Altlünen begonnen habe.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit, Wertstoffe, Recycling, Klima- und Ressourcenschutz in Ihrem Leben?

YVES RENE WIELOCH: Ich empfinde das Thema Nachhaltigkeit und damit verbunden Wertstoffe, Recycling, Klima- und Ressourcenschutz als äußerst wichtig und fundamental für unser späteres Leben. Um ein nachhaltiges Leben in Zukunft zu ermöglichen und mit dem uns übertragenem Erbe, nämlich dem jetzigen Zustand von Umwelt und Planeten, besser umgehen zu können, ist es dringend erforderlich, ein ökologisches Bewusstsein zu schaffen. Dies beinhaltet sowohl den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen, als auch den stetigen technologischen Fortschritt in den verschiedenen Bereichen wie Energie, Treibstoffe, Umwelt, Recycling etc. Ich denke, dass gerade das Thema Nachhaltigkeit ein zukunftsentscheidendes Thema sein wird.

Sie sind derzeit Auszubildender im Unternehmen REMONDIS, einem der nach eigenen Angaben weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser – warum wollten Sie Ihr Berufsleben in diesem Unternehmen starten, welche Motive hatten Sie und welche Hoffnungen haben Sie mitgebracht?

YVES RENE WIELOCH: Als ich nach einer Ausbildung gesucht habe, war ich mir gar nicht so sicher, in welche Branche es mich ziehen könnte. Vielmehr wollte ich in einem großen Unternehmen arbeiten, wo ich vielfältige Aufgaben habe, mich persönlich weiterentwickeln kann und Stillstand ein Fremdwort ist. REMONDIS bot und bietet mir auch immer noch ein sich stetig entwickelndes Unternehmen in einem immer weiter wachsenden Marktfeld. Es reizte mich, Teil von etwas Großem und Zukunftsgestaltendem zu sein.

Wie verlief der Ausbildungsstart, wo stehen Sie heute?

YVES RENE WIELOCH: Zu Anfang war ich natürlich sehr aufgeregt und musste mich in einer so großen Unternehmenswelt erst einmal zurechtfinden, aber insbesondere durch die verschiedenen Schulungen, welche wir direkt in den ersten Wochen hatten, und durch die Zuweisung von engagierten Azubi-Paten, legte sich die erste Aufregung recht schnell. Inzwischen kenne ich mich in der REMONDIS-Welt ziemlich gut aus und freue mich auf jede neue Herausforderung.

Was war der bisherige Höhepunkt Ihrer Ausbildung?

YVES RENE WIELOCH: Bisher gab es für mich schon mehrere Höhepunkte in meiner Ausbildung. Zum einen durfte ich zusammen mit den WERTSTOFFPROFIS (das Bildungs-Projekt haben wir hier auf dem Blog bereits vorgestellt – Anmerkung der Redaktion), nun das zweite Mal, die didacta, eine der größten Bildungsmessen Europas, eine Woche lang begleiten. Aber auch verschiedene Preisverleihungen oder ähnliches würde ich als Höhepunkte bezeichnen. Ende Mai werde ich auch noch die IFAT, die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, begleiten. Dies dürfte dann einer der größten Höhepunkte meiner Ausbildung werden.

Und wo erlebten Sie bislang die größte Enttäuschung bzw. Ernüchterung als inzwischen „Brancheninsider“?

YVES RENE WIELOCH: Vor Enttäuschungen bin ich bis jetzt, zum Glück, verschont geblieben. Natürlich hat man während seiner Ausbildung immer mal Situationen, in denen nicht alles glatt läuft, aber das gehört dazu. Auch, dass man zu Anfang dieses doch recht komplexe Geschäftsfeld von REMONDIS nicht komplett verstehen kann, ist in Ordnung. Ich finde man sollte nicht auf etwaige Enttäuschungen zurückschauen, sondern vielmehr seine Stärke aus diesen ziehen und lösungsorientiert denken.

Was ist Inhalt Ihrer Ausbildung – welche Unternehmensprozesse und -Abteilungen haben Sie bereits kennengelernt und welche stehen noch auf dem Plan?

YVES RENE WIELOCH: Ein Wort beschreibt den Industriekaufmann ziemlich gut: Allrounder. Man lernt während der Ausbildung viele verschiedene Abteilungen kennen und kann so am ehesten herausfinden, wo die eigenen Stärken und die Schwächen liegen. Ich selbst durfte bereits verschiedene Bereiche kennenlernen, wie Vertrieb, Vertriebssteuerung, Personal, Buchhaltung, operative Einheiten und die zentrale Marketingabteilung. Welche Abteilungen noch auf mich warten, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Inwiefern haben Sie schon während der Ausbildung Verantwortung für tatsächlichen Klima- und Umweltschutz – sind Sie bereits in echte Unternehmensprozesse eingebunden?

YVES RENE WIELOCH: Vor allem durch unser Bildungsprojekt DIE WERTSTOFFPROFIS bin ich ziemlich stark im Kommunikationsbereich eingebunden. Bei diesem Projekt geht es insbesondere um nachhaltige Bildung, welche im Übrigen der Grundstein für Klima- und Umweltschutz ist. Somit bin ich selbstverständlich schon während meiner Ausbildung in gewisser Art und Weise mit Klima- und Umweltschutz beschäftigt.

Hätten Sie gerne schon mehr Verantwortung/Entscheidungsgewalt? Wenn ja,
wobei bzw. wofür zum Beispiel?

YVES RENE WIELOCH: Schon während meiner Schulzeit habe ich unter anderem in verschiedenen Projekten und Schulorganisationen viel Verantwortung und Entscheidungsgewalt übertragen bekommen. Und ich würde sagen, dass es zu meinem Charakter gehört, möglichst viel entscheiden und verantworten zu wollen, während einer Ausbildung ist dies jedoch schwierig. Sicherlich würde ich gerne in gewissen Projekten mehr entscheiden können, aber dafür fehlen mir einfach noch die Erfahrung und das notwendige Wissen. Dennoch bekommen wir Auszubildenden bei REMONDIS schon häufiger die Möglichkeit, in gewissem Maße selbst zu entscheiden.

Gibt Ihnen REMONIDIS die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen?

YVES RENE WIELOCH: Tatsächlich haben wir bei REMONDIS, auch als Azubis, viele Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen und womöglich gewisse Prozesse damit zu optimieren. Bei der Umsetzung dieser Ideen werden wir dann selbstverständlich mit eingebunden. Denn letztlich kann sich ein Unternehmen nur mit neuen Ideen weiterentwickeln.

Haben sich Ihre eingangs geschilderten Hoffnungen bereits (teilweise) erfüllt?

YVES RENE WIELOCH: Besonders durch die verschiedenen Messen, Interviews, Kundenbesuche oder andere Veranstaltungen habe ich mich persönlich deutlich weiterentwickelt und viele neue spannende Erfahrungen gemacht. Allein der Aspekt der persönlichen Weiterentwicklung hat sich damit für mich schon erfüllt.

Können Sie aus der Ausbildung etwas Nachhaltiges für Ihr Privatleben ziehen – oder gar Verwandte und Freunde zu mehr Nachhaltigkeit bewegen?

YVES RENE WIELOCH: Inzwischen würde ich behaupten, dass sowohl bei uns zu Hause als auch bei meinen besten Freunden, zumindest wenn ich da bin, Abfälle besser getrennt werden. Und dafür, dass ich der einzige in meinem Umfeld bin, der in einem Recyclingunternehmen arbeitet, würde ich das definitiv als ersten Erfolg bezeichnen.

Wo wir gerade beim privaten Umfeld sind: Wie hat man dort Ihre Ausbildung in der Abfallbranche aufgenommen?

YVES RENE WIELOCH: Sehr gut. REMONDIS ist ein großes Dienstleistungsunternehmen, das in vielen unterschiedlichen Bereichen und längst nicht mehr nur in der klassischen Entsorgung tätig ist. Sowohl meine Familie als auch meine Freunde haben sich für mich gefreut, dass ich nun bei einem so großen Arbeitgeber arbeiten darf.

Haben Sie es privat mit negativen Vorurteilen gegenüber der Abfallbranche zu tun bekommen – und falls ja, wie sind Sie diesen begegnet?

YVES RENE WIELOCH: Natürlich gab es zu Anfang auch Vorurteile und Verwunderung. Dieser bin ich jedoch, genau wie ich es heute auch noch tue, mit einem freundlichen Grinsen und folgendem Satz begegnet: Es handelt sich um eine Branche mit Zukunft.

Würden Sie sich wieder für diese Branche entscheiden, wenn Sie noch einmal in die Ausbildung starten könnten?

YVES RENE WIELOCH: Ich denke, dass ich mich wieder für diese Branche entscheiden würde.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

YVES RENE WIELOCH: Das ist schwierig zu sagen. Grundsätzlich habe ich mir das Ziel gesetzt, später eine verantwortungsvolle Führungsposition im Bereich Personal und/oder Unternehmenskommunikation zu besetzen, aber dazu gehören bekanntermaßen sowohl Ehrgeiz, Fachwissen als auch ein wenig Glück. Dementsprechend würde ich sagen, dass ich mich in zehn Jahren wahrscheinlich auf dem besten Wege dahin befinden werde.

Vielen Dank, Yves Rene Wieloch, für dieses Interview! Und viel Erfolg weiterhin!

 

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