Der Abfallwahnsinn des modernen Kaffeekonsums ist . . . recyclebar :-)

Gepostet von am 7. Mrz 2017

Der Abfallwahnsinn des modernen Kaffeekonsums ist . . . recyclebar :-)

Morgens auf dem Weg zur Arbeit begegnet er uns nahezu überall, in verschiedenen Größen und Farben: der Coffee-to-go-Becher. Allein die Berliner verbrauchen mehr als 460.000 Becher pro Tag. Solch ein Konsumverhalten fordert die Kreislaufwirtschaft.

Deutschlandweit werden jährlich rund 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher verbraucht. Daraus ergibt sich ein Pro-Kopf-Konsum von 34 Bechern, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berechnet. Konsum ist hier das Stichwort, denn kein Getränk konsumiert der Deutsche lieber als Kaffee. Wen wundert es da, dass die Nachfrage nach dem Kaffee zum Mitnehmen immens ist?

Schaffbares Abfallaufkommen durch Coffee-to-go-Becher . . .

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So beliebt das Getränk aus der Bohne ist, so groß ist die Herausforderung für die Entsorgung: Jährlich beträgt das durch den Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern verursachte Abfallaufkommen laut DUH 40.000 Tonnen. Ist der Becher geleert und im Abfallbehälter gelandet, kommen die Unternehmen der Kreislaufwirtschaft ins Spiel. Sie sammeln, transportieren, behandeln und verwerten die Wertstoffe der Becher ­– Papier und Kunststoff.

Auch wenn Pappbecher und Kunststoffdeckel grundsätzlich für das Recycling vorgesehen sind, fordert die großen Menge zusätzlichen Abfalls die Kreislaufwirtschaft. Zwei Aspekte müssen aber bedacht werden: Erstens schafft die Branche im Bereich der PPK (Papier, Pappe, Kartonagen) seit Jahren Recyclingquoten von bis zu 90 Prozent. Zweitens wird das kommende Verpackungsgesetz dem Kunststoffrecycling durch erhöhte Quoten einen ordentlichen Schub geben.

. . . und 3.000.000.000 Kaffeekapseln

Und noch mehr Kaffee: In vielen Haushalten stehen Kaffeemaschinen, die mit kaffeesatzhaltigen Alukapseln arbeiten. Mehr als drei Milliarden dieser Kapseln werden in Deutschland jährlich verbraucht, laut Stiftung Warentest. So kommen, je nach Gewicht der Kapsel, 5.000 bis 9.000 Tonnen Plastik und Aluminium zusammen.

In modernen Sortieranlagen werden die Aluminiumkapseln sowie der Kaffeesatz ohne Probleme von anderen Abfallfraktionen getrennt. Das Recycling von Aluminium ist generell sehr umweltfreundlich und ressourceneffizient: Für die Aufbereitung werden nur etwa fünf Prozent der Energie benötigt, die eingesetzt werden, um den Primärrohstoff Aluminium zu gewinnen. Für Kaffeekapseln insbesondere gilt allerdings, dass ihr geringer Aluminiumanteil beziehungsweise ihre Dünnwandigkeit im Regelfall ein ordnungsgemäßes Recycling erschwert. Ihr Weg endet daher auch in der thermischen Verwertung.

Kreislaufwirtschaft reagiert auf geändertes Konsumverhalten

Es zeigt sich, dass Verbraucher durch geändertes Konsumverhalten auch die Entsorgung beeinflussen: Kaffee trinkt man heutzutage unterwegs aus dem To-go-Becher und nicht nur daheim aus der Tasse. Zuhause kommt der Wachmacher auch aus der Kapsel und nicht mehr nur aus dem klassischen Filter.

Als Folge davon fallen mehr Papier-, Kunststoff- und Aluminiumabfälle an, die verwertet werden müssen. Es ist aber die Aufgabe der Kreislaufwirtschaft, auf geändertes Konsumverhalten zu reagieren und sich diesem anzupassen. Auch wenn Coffee-to-go-Becher und Kaffeekapseln keine Musterbeispiele für Ressourcenschonung sind – die Zahlen belegen, dass die Nachfrage besteht.

Alternative Pfandbecher?

Aber es gibt auch andere Wege: In Hamburg haben sich zum Beispiel mehrere Cafés zusammengetan und bieten ihren Kunden Mehrwegbecher für Kaffee an. Die Becher sind in den Cafés mit Pfand erwerbbar und können auch dort wieder abgegeben werden. Auch in Freiburg verfahren einige Bäckereien und Cafés so. Legt man den eingangs erwähnten Pro-Kopf-Konsum von 34 Einwegbechern zugrunde, stellt sich allerdings die Frage, ob ein Pfandsystem praxistauglich zu bewerkstelligen ist.

 

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