Dringend gesucht: Alternativen zu Alufolie und Kunststofffolie in der Küche

Gepostet von am 18. Jul 2017

Dringend gesucht: Alternativen zu Alufolie und Kunststofffolie in der Küche

Alufolie und Kunststofffolie sind in unseren Haushalten noch immer weit verbreitet. Ihre Verwendung macht viele Aufgaben leichter: Das Abdecken von Speiseresten zur Aufbewahrung im Kühlschrank ist eine davon, die oft mit Kunststofffolie gelöst wird. Alufolie kommt häufig auf den Grill übers Feuer oder Rost im Backofen. Eine konsequente Abkehr von Alufolie und Kunststofffolie ist nicht in Sicht, gleichwohl beide unter enormer Umweltbelastung produziert werden und Alufolie sogar Gesundheitsrisiken zugesprochen werden. Mangelt es an Alternativen? Nein, wie ich euch hier zeigen werde.

Enorme Umweltbelastung durch Herstellung von Alufolie

In meinem Artikel „ALUMINIUMFOLIE – DAS WICHTIGSTE ZU KLIMABILANZ, GESUNDHEITSRISIKO UND RECYCLINGPOTENZIAL“ hier auf dem Wertstoffblog habe ich mich detailliert mit Alufolie auseinandergesetzt und euch mit allen Fakten versorgt, die ihr braucht, um sowohl das Umweltproblem als auch das Gesundheitsrisiko zu verstehen, das Alufolie bedeutet. Deshalb erspare ich mir an dieser Stelle, das Ganze noch einmal zu wiederholen. Wer will kann sich auch das folgende Video der ARD-TV-Sendung „W wie Wissen“ anschauen, das die Fakten zusammenfasst:

Kunststofffolie verstärkt die Plastikflut

Kunststofffolie ist nur eins von unzähligen Plastikprodukten im Haushalt. Wer sich in seiner Küche umschaut, wird sicher schnell mehr entdecken. Zur Chemie derselben informiert euch der Artikel „Kunststoffe in der Küche“ der Freien Universität (FU) Berlin ausführlich.

Dass Plastik unseren Planeten mit einer brachialen Flutwelle zerstört, haben unzählige Studien in den vergangenen Jahren ans Licht gebracht. Dank vieler Bilder und Videos ist uns Verbrauchern das Plastikproblem eindrucksvoll gezeigt worden. Den Film „Plastic Planet“ von Werner Boote beispielsweise könnt ihr auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung sehen.

Es steht außer Frage, dass wir an Alufolie und Kunststofffolie sparen müssen. Noch besser wäre der konsequente Verzicht auf beide Produkte. Es ist also höchste Zeit, sich mit Alternativen dazu zu beschäftigen. Jetzt.

Was bedeutet ein Verzicht auf Kunststofffolie in der Küche?

Wer ehrlich ist, gibt zu, dass Kunststofffolie praktisch ist. Der durchsichtige Deckel von der Rolle quasi, zu dem man greift, wenn Reste von Zutaten für Speisen oder Reste derselben übrig bleiben und in den Kühlschrank sollen, um sie für später aufzubewahren. Ein Ritsch, ein Ratsch – und schon ist das Behältnis mit Kunststofffolie luftdicht und aromasicher zugedeckelt. Stimmt’s? Nicht ganz! Wer ebenso ehrlich die Handhabung der Kunststofffolie von der Rolle bewertet, muss zugeben, dass diese in der Regel recht widerspenstig von ihrer Rolle zu lösen ist. Oder geht das nur mir so, dass für ein glattes Stück Kunststofffolie mehrere Versuche nötig sind? Jedes Mal! Das macht die Ressourcenvergeudung nur noch schmerzhafter. Und nicht zu vergessen: Ein einmal benutztes Stück Kunststofffolie lässt sich nur äußerst selten wiederverwenden.

Doch damit ist jetzt sowieso Schluss, denn ich habe Kunststofffolie aus meinem Haushalt verbannt. Nicht ohne mir Alternativen anzuschauen. An die habe ich allerdings Ansprüche, die aus den vorteilhaften und nachteiligen Eigenschaften der Kunststofffolie resultieren.

Ansprüche an Alternativen zur Kunststofffolie in der Küche

Klare Sicht

Da ist zum einen der Durchblick. Auf den möchte ich schon allein deshalb nicht verzichten, weil unser Kühlschrank ein Familienkühlschrank ist, den sechs Personen im Haushalt füllen und leeren. Nicht jeder kann jedes Mal jeden darüber informieren, was er an Speiserest gerade zur Aufbewahrung in den Kühlschrank gestellt hat. Da kommt die Durchsichtigkeit eines alternativen Gefäßes uns gerade recht: Dieser Anspruch ließe sich mit Plastik und Glasbehältern umsetzen. Da Plastikverzicht angesagt und klare Sicht erwünscht ist, bleibt Glas.

Aromasicherheit

Die vermeintliche Aromasicherheit von Kunststofffolie ist bei näherer Betrachtung nur dann realisierbar, wenn man das Zeug großzügig und unbeschadet zur Anwendung bringen konnte. Was mir nur selten gelang. Ein vergleichsweise aromadicht verschließbares Glas-, Metall- oder Keramikgefäß ist schnell gefunden, eins das absolut aromadicht ist, arbeitet oft mit einer Dichtung – die (Achtung!) nicht selten aus Kunststoff ist, wie der oben verlinkte Wissensartikel der FU Berlin erklärt. Recycelte Schraubgläser sind hierfür auch eine Alternative, denn dann kommen sie wenigstens erneut zum Einsatz.

Was bedeutet ein Verzicht von Alufolie in der Küche?

Für Alufolie gibt’s aus meiner Sicht in der Küche deutlich mehr Anwendungen als für Kunststofffolie. Das kommt daher, dass Alufolie Kälte gut verträgt (Einfrieren) und sich auch prima erhitzen lässt. Und so dient sie vielen nicht nur als Aufbewahrungshelfer in Kühl- und Gefrierfach oder Butterbrotdosenersatz für Schulbrote & Co. (Kaltanwendungen), sondern auch zum Auslegen von Backformen und zum Einwickeln von Dämpf-, Brat- und Grillgut (Heißanwendungen), womit sie in den Backofen oder auf den Grill kommt.

Dass gerade Letzteres ein Risiko darstellt, wenn Dämpf-, Brat- oder Grillgut Säure enthalten, zum Beispiel Fisch mit Zitronenscheiben, zeigt uns der Focus mit diesem Video.

Ansprüche an Alternativen zur Alufolie in der Küche

Aromasicherheit

Die Aromasicherheit von Alufolie ist ähnlich einzuschätzen wie bei der Kunststofffolie, auch wenn sich Alufolie etwas leichter handhaben lässt: Ist sie nicht großzügig genug gestückelt oder hat sie beim Abreißen und Abdecken Schaden erlitten, riecht der ganze Kühlschrank nach der darin zum Beispiel eingewickelten Zwiebel. Die Alternativen zu Alufolie als Aufbewahrungsmittel sind Behälter aus Plastik, Glas, Metall oder Keramik. Plastik entfällt für meinen Haushalt aus oben angesprochenen Gründen.

Hitzebeständigkeit

Anstelle von Alufolie zum Auslegen von Backformen nutze ich inzwischen Silikon – das kann ich bis zu 200 Grad Celsius erhitzen. Zum Backen reicht das. Wer zur Hitzebeständigkeit von Silikon mehr wissen will, liest diesen Artikel des SWR „Wann bunte Küchenhelfer giftig werden“. Wer mehr Infos zu Silikon als Rohstoff braucht, kann hier mit der Lektüre starten: Was ist Silikon?

Anstelle von Alufolie zum Einwickeln von Braten & Co. in der Backröhre nutze ich heute mitunter Pergamentpapier. Alternativen dazu wären ein Dampfgarer oder ein feuerfester Deckeltopf, zum Beispiel ein sogenannter Römertopf oder ein Deckeltopf aus Jenaer Glas. Und statt Alufolie nutze ich Backpapier zum Nachgaren von Steaks, indem ich Angebratenes darin einwickele und gegebenenfalls bei niedriger Hitze darin ruhen lasse.

Das sind jedoch keine Alternativen für den Grillrost, der über einem offenem Feuer liegt. Hier solltet ihr grundsätzlich auf Aluminium, ganz gleich ob als Folie oder Grillschale, verzichten. Denn nicht vergessen: Aluminium reagiert mit Säure und Salz!

Statt in Alufolie oder Aluschale könnt ihr Grillgut mit speziellen Mehrweg-Grillschalen aus Edelstahl oder Emaille grillen.

Kältebeständigkeit

Weil ich Lebensmittel nicht in Alufolie einfrieren möchte, nutze ich dafür immer häufiger Glas, zum Beispiel recycelte Schraubgläser.

Fazit

Ihr seht, mangelnde Alternativen sind kein Grund, um auf ökologisch und / oder gesundheitlich bedenkliche Kunststofffolie und Alufolie in der Küche zu verzichten. Deshalb könnt ihr deren Konsum sofort sein lassen. Denn: Jeder Rollenmeter eingesparte Folie zählt!

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