Importiertes Mineralwasser in Einwegflaschen – Kritik an ökologischem Irrsinn

Gepostet von am 17. Sep 2018

Importiertes Mineralwasser in Einwegflaschen – Kritik an ökologischem Irrsinn

Deutsche Umwelthilfe kritisiert Nestlé und Danone Waters

Im Jahr 2017 wurden circa 1,3 Milliarden Liter Mineralwasser in Einwegflaschen nach Deutschland importiert. Betrachtet man die Ökoblinz dieser Vertriebsweise, so stellen Einwegflaschen gerade für lange Transportwege einen ausgesprochenen Ressourcenfresser dar. Sie belasten unnötig das Klima und die Umwelt. Die DUH fodert deshalb die Umweltministerin Schulze aufg ,die gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent durchsetzen und eine Abgabe von 20 Cent pro Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen einzuführen. Als besonderes krasses Beispiel wird Nestlé vom der DUH kritisiert.  Nestlé grabe dem französischem Dorf Vittel das Wasser ab, während es in Deutschland mehr als 200 Mineralbrunnen gibt.

Ergänzung: Die Deutsche Umwelthilfe und Stiftung Initiative Mehrweg haben in diesem Zsuammenhang den Mehrweg-Innovationspreis neu ausgeschrieben. In diesem Zusammenhang steht eindeutig die Glas-Mehrwegverpackungen im Fokus. Wiederverwendbare Glas-Mehrwegflaschen sind ein Schlüssel zur Lösung des Problems von zu viel Einweg-Plastikmüll und auch Dosenschrott. Optimierungen und Effizienzsteigerungen des Mehrwegsystems unterstreichen dessen ökologische Vorteilhaftigkeit gegenüber Einweg-Getränkeverpackungen, die nach einmaliger Nutzung zu Abfall werden. Details dazu erfahren Sie in dieser Presseaussendung.

Dazu die folgende Pressemeldung der Deutschen Umwelthilfe

Berlin, 17.9.2018: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Lebensmittelkonzerne Nestlé und Danone Waters für den massenhaften Verkauf importierter französischer Mineralwässer in Einweg-Plastikflaschen. Die Konzerne sind hauptverantwortlich für den Verkauf der jährlich aus dem Ausland nach Deutschland transportierten 1,3 Milliarden Liter Mineralwasser. Allein 800 Millionen Plastikflaschen wurden 2017 über weite Distanzen aus Frankreich, Italien und anderen Ländern nach Deutschland transportiert. Durch lange Strecken und teils besonders schwere Plastikflaschen werden unnötig Ressourcen verschwendet und das Klima belastet. Einwegflaschen erzeugen darüber hinaus Unmengen an Abfall, der, wenn er falsch in der Natur entsorgt wird, die Umwelt und Gewässer belastet. Die DUH fordert Nestlé und Danone Waters auf, diesen Einweg-Wahnsinn zu beenden. Um diesem ressourcenverschwenderischen und klimaschädlichen Trend ein Ende zu bereiten, muss Bundesumweltministerin Svenja Schulze die gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent durchsetzen.

Die von Nestlé und Danone Waters in Einweg-Plastikflaschen vermarkteten französischen Mineralwässer Volvic, Vittel, Evian und Contrex gehören in Deutschland zu den führenden kohlensäurefreien Mineralwassermarken. Nach Ansicht der DUH ist es vollkommen absurd, Mineralwasser länderübergreifend über große Distanzen zu transportieren. In Deutschland existieren rund 200 Mineralbrunnen, von denen viele ihre Wässer in Mehrwegflaschen abfüllen und für eine weltweit einmalige regionale Produktvielfalt sorgen. Durch die bis zu 50-malige Wiederbefüllung und kurzen Transportwege sind Mehrwegflaschen aktiver Klima- und Ressourcenschutz.

„Nestlé und Danone Waters überfluten den deutschen Markt mit Einweg-Plastikflaschen. Dabei ist der Import von französischem Mineralwasser völlig unnötig. Deutschland hat ein weltweit einmaliges Mehrwegsystem mit besonders vielen regionalen Mineralbrunnen und tausenden grünen Arbeitsplätzen in der Region. Auch unser Leitungswasser hat eine besonders gute Qualität und ist eine Alternative zum Plastikflaschenirrsinn. Wir brauchen eine Rückbesinnung auf Abfallvermeidung und Mehrweg. Bundesumweltministerin Svenja Schulze muss diesen ökologischen Irrsinn stoppen und sich dafür einsetzen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwegquote von 70 Prozent nicht zu einem Lippenbekenntnis verkommt“, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Die jetzige Mehrwegquote von nur 43 Prozent ist vom gesetzlichen Ziel von 70 Prozent sehr weit entfernt. Eine Abgabe von 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen wäre ein wichtiger erster Schritt. Die Umweltbelastungen von Einweg-Plastikflaschen müssen sich im Preis widerspiegeln. Die Mittel einer solchen Abgabe sollten zweckgebunden für Abfallvermeidungsmaßnahmen und Umweltschutzprojekte eingesetzt werden.

Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, kritisiert, dass die Einweg-Plastikflaschen der bekannten französischen Mineralwassermarke Evian nicht nur lange Transportwege zurücklegen, sondern auch noch überdurchschnittlich schwer sind: „Die Nutzung von Einweg-Plastikflaschen, die fast so viel wiegen wie wiederbefüllbare Mehrwegflaschen, ist völlig verantwortungslos. Anstatt Ressourcen zu schonen und Abfälle zu vermeiden, verschwenden Konzerne wie Danone Waters in nie dagewesener Maßlosigkeit fossile Rohstoffe.“ Er fordert von Danone Waters den Stopp dieses unökologischen Material-Exzesses.

Die massenhafte Abfüllung französischen Mineralwassers für den Export führt zudem zur Beeinträchtigung des Grundwasserspiegels am Quellort: „Während der Konzern Nestlé im Ort Vittel jährlich 750 Millionen Liter Wasser abzapft, sitzen die Einwohner bald auf dem Trockenen. In Vittel sinkt der Grundwasserspiegel seit 1990 jährlich um 30 Zentimeter. Nun wird der Bau einer kilometerlangen Pipeline geplant, um die Bewohner von Vittel mit Wasser aus dem Nachbardorf zu versorgen. Dass so etwas überhaupt notwendig ist, liegt an dem verantwortungslosen Handeln von Nestlé“, sagt Fischer.

Links:
Informationen zur Umweltfreundlichkeit von Getränkeverpackungen: http://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen
/getraenkeverpackungen/

Vorteile von Mehrweg: http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/vorteile-von-mehrweg/

Materialien zur Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“: http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/

Problem Einweg-Plastikflaschen: http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

    1 Kommentar

  1. Für Wasser zu bezahlen, ist in meinen Augen viel Schlimmer….doch das mit der Befüllung von Platikflaschen, ist ein größer werdendes Problem.

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