Polterabend bei der Elefantenhochzeit? Oder wie ein Elefant im Porzellanladen?

Gepostet von am 26. Sep 2018

Polterabend bei der Elefantenhochzeit? Oder wie ein Elefant im Porzellanladen?

Gefährliche Marktkonzentration in der Entsorgungsbranche verhindern

Berlin, 26.09.2018. Es wird ernst: Medienberichten zufolge könnte die Übernahme des Systemdienstleisters Duales System Deutschland durch das Entsorgungsunternehmen Remondis noch in dieser Woche besiegelt werden.

Dazu der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen, Patrick Hasenkamp: „Mit der Fusion von Remondis und DSD könnte viel Porzellan zu Bruch gehen. Die Konzentration auf dem Entsorgungsmarkt sehen wir schon seit einiger Zeit kritisch. In den vergangenen Jahren hat Remondis viele kleine und mittelständische Entsorger aufgekauft. Der Wettbewerb ist in einigen Regionen zum Erliegen gekommen. Die Folge: eine Marktkonzentration, die sowohl die Branche als auch mittelbar Bürgerinnen und Bürger belastet. Denn, diese Faustregel liegt nahe: Wenn es nur einen Bewerber auf eine Ausschreibung gibt, kann dieser buchstäblich die Bedingungen diktieren.“

„Wenn sich nun Remondis und DSD zusammenschlössen, könnten sich die beiden Unternehmen gegenseitig mit maßgeschneiderten Angeboten versorgen und damit auch den Preis für die Verpackungsentsorgung beeinflussen, den die Verbraucher zahlen. Dieser Entwicklung muss unbedingt entgegengewirkt werden“, so Hasenkamp.

Hasenkamp abschließend: „Das Timing mutet schon abenteuerlich an und lässt hellhörig werden, da inzwischen zwei Sektoruntersuchungen des Bundeskartellamtes zum Wettbewerb in der Entsorgungswirtschaft laufen. Die Frage liegt auf der Hand, wie sich das Bundeskartellamt mit der geplanten Fusion substantiell beschäftigen will, solange diese Untersuchungen nicht abgeschlossen und der Konzentrationsprozess umfassend bewertet wurden. Wir wünschen uns einen gründlichen und äußerst kritischen Blick der Kartellwächter auf die Übernahme.“

Über den VKU:

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt rund 1.460 kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie, Wasser/Abwasser, Abfallwirtschaft sowie Telekommunikation. Mit mehr als 260.000 Beschäftigten wurden 2016 Umsatzerlöse von knapp 114 Milliarden Euro erwirtschaftet und rund 10 Milliarden Euro investiert. Die VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment große Marktanteile in zentralen Versorgungsbereichen (Strom 60 Prozent, Erdgas 65 Prozent, Trinkwasser 88 Prozent, Wärmeversorgung 72 Prozent, Abwasserentsorgung 43 Prozent). Sie entsorgen jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 66 Prozent die höchste Recyclingquote in der Europäischen Union hat. Die kommunalen Unternehmen versorgen zudem mehr als sechs Millionen Kunden mit Breitbandinfrastrukturen. Sie investieren in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro in digitale Infrastrukturen von Glasfaser bis Long Range Wide Area Networks (LoRaWAN) in den Kommunen und legen damit die Grundlagen für die Gigabitgesellschaft.

 

Hinweis der WertstoffblogRedaktion auf folgenden Artikel zum Thema:

Grüner Punkt – Nun also doch ein Teil der Remondis!?

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