Energieeffizienz und Recycling – Spiel nicht mit den Schmuddelkindern?

Gepostet von am 12. Nov 2015

Energieeffizienz und Recycling – Spiel nicht mit den Schmuddelkindern?

Auf den ersten Blick scheinen die Themen Recycling und Energieeffizienz sehr unterschiedliche Themen zu sein. Doch sie haben mehr Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, die wir entdecken, wenn wir uns genauer mit diesen Themen befassen. Das möchte ich in diesem und in meinen folgenden drei Artikeln im Wertstoffblog aufzeigen.

Energieeffizienz und Recycling für Verbraucher
oft nur lästige Pflicht

Für die Verbraucher sind sowohl Recycling- als auch Energieeffizienz sehr oft unangenehme und ungeliebte Aufgaben, die von der Politik erzwungen werden. Wenn ich in den Restmüllcontainer meiner Reihenhaussiedlung schaue, wundere ich mich häufig, was die Nachbarn da alles reinwerfen. Da sehe ich Papier, Flaschen, Biomüll und sperrige Dinge, die ich mit dem Auto zum Wertstoffhof bringe. Ich möchte nicht die Nachbarn erziehen, aber bei ordentlicher Trennung der Abfälle würden vielleicht kleinere Tonnen oder größere Abholintervalle ausreichen. Damit hätten wir das wichtigste Argument für viele Menschen heute, sie könnten Kosten sparen. Aber das scheint nicht zu funktionieren.

Wie es um die Energieeffizienz der Nachbarn steht, kann ich nicht beurteilen. Aber die Diskussionen um die Glühbirne oder um die Anforderungen an Staubsauger haben deutlich gezeigt, dass das Interesse ähnlich gering sein wird. Weil man dazu gezwungen ist, beschäftigt man sich lediglich in einem Mindestmaß damit, um die eigenen Anforderungen zu erfüllen.

Es gibt aber auch erfolgreiche Gegenbeispiele, wie die vielen Papiertonnen in der Nachbarschaft oder der Erfolg von effizienten Haushaltsgeräten auf dem Markt. Dennoch wird beides von vielen Menschen eher widerwillig oder gar nicht umgesetzt.

Potenziale für Recycling und Energieeffizienz
in der Industrie sind vorhanden

In der Industrie sieht es ähnlich aus. Energieeffizienz hat noch ein großes Potenzial. Selbst ohne hohe Investitionen kann an vielen Stellen der Energieverbrauch reduziert werden. Dennoch wird der Aufwand häufig gescheut oder es fehlt die Zeit im Alltag, sich diesem Thema anzunehmen und die Energiekosten zu reduzieren. Beim Einsatz von Recyclingwerkstoffen wird es ähnlich aussehen, wenn ich mir den Beitrag von Doreen Brumme zur Akzeptanz von Recyclingrohstoffen durchlese.

Der Einsatz von Energie und Rohstoffen ist jedoch der wichtigste Kostenfaktor in der Produktion. Mit 45 Prozent der Kosten, nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, liegt dieser Anteil deutlich höher als die Personalkosten. Also müsste eigentlich auch hier genug Interesse bestehen, die Kosten zu reduzieren.

Weitere Schnittstellen von Energieeffizienz und Recycling

Es gibt in der Praxis von produzierenden Unternehmen einige Schnittstellen von Energieeffizienz und Recycling. Darauf werde ich in den folgenden Texten genauer eingehen. Folgende Punkte habe ich dabei geplant:

  • Energieeffizienter produzieren durch Einsatz von Recyclingrohstoffen. Dieser Beitrag soll zeigen, dass mit Recyclingwerkstoffen der Energieverbrauch reduziert werden kann.
  • Energieeffizienz in Recyclingprozessen. Wie steht es um den Energieverbrauch beim Recycling und kann die Energieeffizienz erhöht werden, sind die Fragen denen ich in diesem Beitrag nachgehen möchte.
  • Effizienz beinhaltet auch Rohstoffeffizienz. Wer sich mit Energieeffizienz befasst, muss das Thema früher oder später auch umfassender unter dem Stichwort Rohstoffeffizienz betrachten.

Gibt es noch mehr Gemeinsamkeiten und Schnittstellen von Recycling und Energieeffizienz?

    2 Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    leider ist in unserer Gesellschaft heute nur das etwas wert, was etwas kostet – hoher Preise = hoher Wert. Die fünf Euro, die die Leerung der Mülltonne kostet, kann man sich leisten, fertig.

    Bei und müssen vier Leerungen im Jahr bezahlt werden, die reichen uns. Andere Haushalte stellen alle zwei Wochen eine Tonne raus, aus der das Verpackungsmaterial quillt.

    Wirklich Zeit kostet das Sammeln nicht. Wenn wir einkaufen, fahren wir kurz an der Sammelstelle vorbei, und leeren unsere 45l-Behälter (Papier, Kunststoffe, Verbund/Dosen/Flaschen):

    http://abfallundrecycling.xhfandian.com/mondex-mullsortierer-45-testberichte/

  2. Hallo Gerhard,

    tolle Leistung die Leerungen der Restmülltonne auf vier mal im Jahr zu reduzieren, finde ich beachtlich.

    Es ist häufig doch mit Aufwand verbunden, nicht nur die Wert- oder Reststoffe zu Haus zu trennen, zu sammeln und dann auch noch wegzubringen. Ich muss zum Wertstoffhof 30 Minuten mit dem Auto fahren, wo ich sonst nicht hinkomme. Papier, Verpackungen und Glas kann ich aber lokal abholen lassen oder wegbringen.

    Es kostet also Mühe und Zeit, nicht unbedingt Geld, und diese will man nicht aufwenden.

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