Alle Fakten, die wir bislang zum Recyclinglabel wissen

Gepostet von am 26. Sep 2017

Alle Fakten, die wir bislang zum Recyclinglabel wissen

Das sogenannte Recyclinglabel zur Kennzeichnung der Recyclingfähigkeit von Produkten ist eine der zentralen Forderungen der Verbände der Kreislauf- und Recyclingwirtschaft unter Federführung des BDE Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. an die nächste Bundesregierung. Wir haben in diversen Beiträgen hier auf dem Wertstoffblog über die politischen Diskussionen zum Recyclinglabel und seine Machbarkeit geschrieben. Das Wichtigste aus allen Beiträgen lest ihr in dieser Zusammenfassung.

Was das Recyclinglabel ist

Dieser Frage ging Wertstoffbloggerin Doreen im gleichlautenden Teil 1 ihrer Beitragsreihe zum Recyclinglabel nach, den ihr per Klick auf den Link in ganzer Länge lesen könnt. Der Beitrag klärt  über das Potential der Produktkennzeichnung auf, dank derer Konsumenten über werkstoffliche Beschaffenheit und Recycelbarkeit des mit dem Recyclinglabel gekennzeichneten Produkts informiert werden, die werkstoffliche Transparenz in die Kaufentscheidung für oder wider das Produkt einbeziehen zu können.

Darüber hinaus erfahrt ihr in dem verlinkten Beitrag, warum die Verbände der Kreislauf- und Recyclingwirtschaft dem Recyclinglabel eine so große Bedeutung beimessen: Es ermögliche demnach ein umweltfreundliches Konsumverhalten und sei ein einfacher wie effektiver Weg zur Ressourcen- und Umweltschonung.

Im Interview mit dem Wertstoffblog sagt Peter Kurth, Präsident des BDE: „Mit einem Recyclinglabel geben Sie den Konsumenten die Information darüber, ob ein Produkt recyclingfähig ist oder gar aus Rezyclaten besteht. Diese Information für den Kunden ist wichtig, weil wir ja umweltbewusste Verbraucher immer häufiger haben in Deutschland und viele Verbraucher schon interessiert daran sind, ob mit dem Produkt, das sie kaufen, Kreislaufwirtschaft ermöglicht wird oder eher behindert. Das heißt, dieses Recyclinglabel ist ein erster Schritt dahingehend, den Recycling-Ergebnissen, die unsere Branche erreicht, auch einen Markt zu geben. Mehr wollen wir damit zunächst noch nicht, wobei wir uns natürlich wünschen, dass man später auch bei den Beschaffungsverhalten etwa der öffentlichen Hand genau auf diese Dinge Rücksicht nimmt.“

Wie die Parteien zum Recyclinglabel stehen

Einen Überblick darüber, wie die Parteien zum Recyclinglabel stehen, zeigt euch ebenfalls Teil 1 der genannten Artikel-Reihe. Außerdem haben wir die einflussreichsten Umweltpolitiker Deutschlands gebeten, uns über die Zukunft der Kreislaufwirtschaft und Produktverantwortung Rede und Antwort zu stehen.

Die Position der CDU/CSU zum Recyclinglabel

Aus Sicht der CDU könne ein Recyclinglabel „als ein Element der Verbraucherinformation einen Beitrag leisten, um wertvolle Rohstoffe zu schonen und Recycling voranzutreiben.“

Im Interview mit dem Wertstoffblog beantwortet Thomas Gebhart – Mitglied des Bundestages für CDU/CSU  – unsere Frage nach der Position der seiner Partei zu Produktverantwortung, Recyclinglabel und Wertstoffgesetz so: „Ich halte nach wie vor daran fest, dass ein Wertstoffgesetz notwendig ist. Ein Deponierungsverbot unbehandelter Abfälle in Europa halte ich für sinnvoll. Von einem Recycling-Label bin ich noch nicht überzeugt.“

Die Position der SPD zum Recyclinglabel

Die SPD unterstützt die Forderung nach einem Recyclinglabel voll und will, dass die Produktverantwortung schon beim Produktdesign ansetze. Schon zu Beginn des Produktlebenszyklus müsse der Einsatz von Sekundärrohstoffen, die Recyclingfähigkeit und auch die Langlebigkeit und Reparierbarkeit eines Produkts stärker berücksichtigt werden. Hier halte die SPD Anreize für Hersteller für sehr sinnvoll.

Im Interview mit dem Wertstoffblog sagte Michael Thews – Mitglied des Bundestages für die SPD zum Recyclinglabel: „Wir nehmen Produktverantwortung ernst: Hersteller sollen ressourcenschonende, langlebige, reparier- und recycelbare Produkte schaffen. Hierzu können finanzielle Anreize ebenso beitragen wie Recyclinglabels. Das Recyclinglabel kann für die Hersteller einen Wettbewerbsvorteil bringen. Ich bin außerdem dafür, die Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher zu erhöhen. So sollten sie beispielsweise über die Lebensdauer, die Lieferbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturmöglichkeiten und die ökologischen Vorteile von langlebigen Produkten informiert werden. Hier wären Maßnahmen auf EU-Ebene, etwa im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie sinnvoll.“

Die Position der Partei Bündnis 90 / Die Grünen zum Recyclinglabel

Im Interview mit dem Wertstoffblog sagte Franz Untersteller – Umweltminister von Baden-Württemberg, was seine Partei Bündnis 90 / Die Grünen vom Recyclinglabel hält: „Recyclinglabels oder Markttests können dann hilfreich sein, wenn sie der Kreislaufwirtschaft dienen und die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verwirren.“

Sein Parteigenosse Peter Meiwald sagte im Interview mit dem Wertstoffblog zum Recyclinglabel: „Ein europaweit einheitliches Recyclinglabel, das Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Transparenz bietet, ist sicherlich keine schlechte Idee.“

Die Position der Partei Die Linken zum Recyclinglabel

Die Linken stellen das Recyclinglabel in Frage: „Noch mehr Label, damit noch mehr Unklarheit entsteht bei Verbraucherinnen und Verbrauchern?“, fragt Ralph Lenkert von den Linken in der Stellungnahme seiner Partei.

Machbarkeit des Recyclinglabels

Vier Ideen zur praktischen Umsetzung der Produktkennzeichnung stellt euch der zweite Teil der Blogreihe zum Recyclinglabel vor:

  1. Recyclinglabel als Ressourcenkompass
  2. Recyclinglabel als Tortendiagramm, das den Anteil an Recyclingmaterial zeigt
  3. Recyclinglabel als Tortendiagramm, das den Anteil an zertifizierter Rohstoffe zeigt
  4. Recyclinglabel als Teil des Energieausweises, der die Herstellungsenergie anzeigt

Die Wissenschaftler, die diese vier Ideen im Auftrag des Umweltbundesamtes auf ihre Machbarkeit hin untersuchten, kamen allerdings zu dem Schluss, dass „keiner der in dieser Studie vorgestellten Vorschläge . . . eindeutig zur Ressourcenverbrauchskennzeichnung geeignet“ sei. Sie empfehlen kurzfristig bereits existierende Label wie den Blauen Engel und das EU-Energielabel um Ressourcenaspekte zu ergänzen und „mittelfristig … die Vorschläge 2 und 3 weiter zu entwickeln, insbesondere in Bezug auf die Datenlage.“

Welche „Recyclinglabels“ bereits am Markt sind und wie sie sich bewähren

Der dritte Teil der Wertstoffblog-Artikelreihe zum Recyclinglabel beschreibt die bislang existierende Labellandschaft und zeigt auf, wie Verbraucher einzelne Label wahrnehmen.

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